
Zusätzlich zu den veröffentlichten Forschungsergebnissen untersuchen sowohl wissenschaftliche Institute (Universitätsklinikum Freiburg: "IRES-Studie", Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: QS-Reha®) als auch Diplomarbeiten die Prozesse, Ergebnisse und die längerfristige Stabilität der Behandlung sowie einzelne angewendete Methoden.
Hier eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:
QS-Reha® (2005 - 2008)
Das Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie,
Zentrum für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf untersuchte mit Fragebögen die 211 Patienten
(100 %), die im Rehabilitationsstatus im Zeitraum Nov. 2005 bis Juli
2007 anreisten. Für N = 175 Patienten (98,1 %) liegen vollständige
Angaben zu Beginn und Ende des Aufenthaltes und aus einem Arzt-/Therapeutenbogen
vor.
Die untersuchte Patientengruppe unterschied sich signifikant u.a. vom Durchschnitt der Patienten in anderen Kliniken, im Alter, Bildung, Partnersituation, den Diagnosen und der Chronifizierung der Haupterkrankung.
Fazit der Ergebnisqualität
"Hinsichtlich der Therapiezielerreichung lässt sich feststellen,
dass die Patienten die Erreichung ihrer Ziele in drei von vier Bereichen
höher einschätzen als die Patienten der übrigen Kliniken."
"Im Bereich der Ergebnisqualität im engeren Sinne lassen sich
in den störungsübergreifenden wie auch in den diagnosespezifischen
Auswertungen mit den Referenzkliniken überwiegend durchschnittliche
Behandlungsergebnisse nachweisen, die weitestgehend durch das Therapeutenurteil
bestätigt werden."
"Insgesamt ergibt sich somit für die untersuchten Patienten der Adula-Klinik trotz des teilweise eher ungünstigeren Case-Mix ein im Vergleich zu den Referenzkliniken recht positives Resultat."
Fazit zur Patientenzufriedenheit
"Unter Berücksichtigung der bestehenden Unterschiede ergeben
sich
im Hinblick auf die Attraktivität der Einrichtung eine
höhere Zufriedenheit".
"IRES"-Studie (2001 -2002)
Die Abteilung Qualitätsmanagement und Sozialmedizin am
Universitätsklinikum Freiburg untersuchte in den Jahren 2001 und
2002 N = 209 Patienten zu Beginn und Ende des Aufenthaltes sowie in
einer Nachuntersuchung (Katamnese) 6 Mon. nach dem Aufenthalt N = 183
Patienten durch den IRES-Fragebogen (IRES = "Indikatoren des Reha-Status)
und die behandelnden Ärzte/Therapeuten mit dem Arztbogen.
Fazit zur Ergebnisqualität
Insgesamt wurden "gute bis sehr gute Effekte, die auch nach 6 Monaten
noch anhalten" in den Bereichen "Somatischer Status"
(umfasst die Skalen: Schmerzen/ Symptome und Risikofaktoren), "Funktionaler
Status" (Skalen: Belastung im Beruf und Behinderungen im Alltag)
und "Psychosozialer Status" (psychische Belastungen und soziale
Probleme) festgestellt.
"Im Klinikvergleich v.a. im psychosozialen Status signifikant besser als der Durchschnitt der untersuchten Kliniken".
Fazit zur Patientenzufriedenheit
"Insgesamt sind die Patient(inn)en mit der Rehabilitation in der
Adula Klinik sehr zufrieden. Dies betrifft vor allem die Zufriedenheit
mit der ärztlichen und psychologischen Betreuung und der Organisation
der Behandlungen."
"Im Klinikvergleich ist die Zufriedenheit mit der ärztlichen Betreuung signifikant höher als in den beiden Referenzkliniken; in den übrigen Bereichen gibt es keine signifikanten Unterschiede".
Katamneseuntersuchungen
In zwei Diplomarbeiten wurde die Nachhaltigkeit der Therapieeffekte
nach einem und nach fünf Jahren nach dem Aufenthalt untersucht:
Fünf-Jahres-Katamnesestudie (2004)
In der Diplomarbeit "Langzeitwirkung von stationärer Gruppen-Psychotherapie:
5-Jahres-Katamnese an einer psychosomatischen Klinik mit gemeinschaftsorientiertem
und personenzentriertem Behandlungskonzept" untersuchte Frauke
Birkenfeld die Stabilität des Behandlungserfolge über einen
Zeitraum von fünf Jahren. Katamnestische Daten konnten von n =
75 der 201 ehemaligen PatientInnen, die im Therapiezeitraum September
1997 bis Januar 1998 behandelt wurden, gewonnen werden. Aufgrund vollständiger
Messung konnten n = 64 in die Untersuchung der Langzeiteffektivität
aufgenommen werden.
"Die Effektivitätsanalyse erbrachte durchweg positive Ergebnisse. Es zeigte sich eine sehr gute Stabilität der Therapiegewinns über den Zeitraum von fünf Jahren."
Die depressive Symptomatik erwies sich auch noch nach fünf Jahren mit einer Effektstärke von 0,9 als stark gebessert im Vergleich zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme in der Klinik bzw. stabil im Vergleich zum Entlassungszeitpunkt.
Darüber hinaus konnten kostenreduzierende Effekte für die Sozialversicherungskassen festgestellt werden: keine weitere stationäre Aufenthalte in Kliniken für Psychotherapie, Suchterkrankungen oder Psychosomatik (51 %), Beenden von Tabakkonsum (45 % der Raucher) und Absetzen von Medikamenten (30 % der Patienten, die welche eingenommen hatten).
PatientInnenzufriedenheit
Bezüglich der Zufriedenheit mit dem Ergebnis der Therapie und dem
Aufenthalt gaben nur 3 % an gar nicht zufrieden gewesen zu sein, 15
% ein bisschen und 82 % waren ziemlich, stark oder sehr stark zufrieden.
Ein-Jahres-Katamnesestudie (2003)
Christina Weber (2003) wertete in ihrer Diplomarbeit "Langzeitwirkung
stationärer Gruppen-Psychotherapie: Eine Einjahres-Katamnese an
einer Psychosomatischen Klinik" die Antworten von n = 245 PatientInnen
aus. Sämtliche 412 PatientInnen (100%) im Therapiezeitraum 1.1.2001
- 31.08.2001 wurden ein Jahr nach der jeweiligen Entlassung angeschrieben,
von denen 245 (63,5%) antworteten. Für die Berechnungen von Testergebnissen
konnten Ergebnisse von n = 159 verwendet werden.
Bei den ehemaligen Patienten der Adula-Klinik konnten effektive konstruktive Veränderungen der Persönlichkeit, Veränderung im Erleben und Verhalten und der Beschwerdensymptome, die noch ein Jahr nach Ende des stationären Aufenthaltes anhielten, festgestellt werden. 78 % der Patienten erreichten bzw. überschritten das Effektivitätskriterium [eine Gesamteffektstärke von mindestens ES = 0,4].
Beim Vergleich der Erkrankungsmerkmale bei Aufnahme in die Klinik und ein Jahr nach Entlassung zeigt sich im Durchschnitt eine mittlere Effektstärke von 0,6 in allen Symptombereichen (SCL 90 R) und eine große Effektstärke von 0,9 im Bereich der depressiven Symptomatik (BDI).
Darüber hinaus konnten kostenreduzierende Effekte für die Sozialversicherungskassen festgestellt werden: keine weitere stationäre Aufenthalte in Kliniken für Psychotherapie, Suchterkrankungen oder Psychosomatik (98 %), Beenden von Tabakkonsum (22 % der Raucher) und Absetzen von Medikamenten (30 % der Patienten, die welche eingenommen hatten).
PatientInnenzufriedenheit
Bezüglich der Zufriedenheit mit dem Ergebnis der Therapie und dem
Aufenthalt gaben nur 2 % an gar nicht zufrieden gewesen zu sein, 17
% ein bisschen und 81 % waren ziemlich, stark oder sehr stark zufrieden.
Bonding für Patientinnen mit Posttraumatischer Belastungsstörung
(2005)
In der im Jahr 2005 vorgelegten Arbeit "Prädiktoren
des Prä/Post-Therapieerfolges bei PTSD-Patientinnen mit sexuellen
Gewalterfahrungen" von Thomas Rudolf an dem Psychologischen Institut
der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen wurden N = 152
Patientinnen mit der der Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung
untersucht von denen 68 in der Adula-Klinik behandelt wurden.
Untersucht wurden die Effekte einer Bonding-Psychotherapie auf N = 60 Patientinnen mit dieser Diagnose im Vergleich zu 85 Patientinnen, die nicht daran teilnahmen.
Untersuchungsinstrumente waren die Symptomcheckliste SCL-90-R, das Beck-Depressions-Inventar und der Veränderungsfragebogen des Erlebens und Verhaltens VEV-K.
Im Ergebnis zeigte sich eine größere Reduktion des Global-Symptom-Index der Symptomcheckliste SCL-90-R und des Beck-Depressions-Inventars bei der Nichteilnahme an der Bonding-Psychotherapie. Der Veränderungsfragebogen des Erlebens und Verhaltens VEV-K zeigte eine größere Veränderung bei den Teilnehmerinnen an der Bonding-Psychotherapie an.
Alle drei Veränderungswerte erreichten jedoch nicht das Signifikanzniveau.
Prozesse und Wirkfaktoren an der Hochgrat-Klinik (2000)
Im Jahr 2000 legte Dirk Werner am Institut für Psychologie an der
Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg seine
Diplomarbeit "Revision und Erprobung des Klinik-Gemeinschaft-Erfahrungs-Bogens
(KliGEB) für die Qualitätssicherung stationärer Psychotherapie"
vor. Ziele waren unter anderem Unterschiede zwischen therapie-erfolgreichen
und nicht-erfolgreichen Patienten zu finden, und die Patientensicht
zur Bedeutsamkeit therapeutischen Angebote zu ermitteln.
Dazu wurden Patienten der Hochgrat-Klinik im Zeitraum von Juli 1998 bis Ende März 1999 nach der dritten (N = 239), der sechsten (N = 211) und der neunten Woche (N = 130) mit KlieGEB Version 1 befragt. Zur Quantifizierung des Therapieerfolges wurde aus zu Therapiebeginn und -ende bearbeiteten Persönlichkeits-, Beschwerde- und Symptominventaren sowie aus einem einmalig bei Therapieabschluss ausgefüllten Veränderungsmessinstrument die individuelle Effektstärke als standardisiertes Maß für den Therapieerfolg von N = 125 der 181 Patienten berechnet. Auf Grund dieser Effektstärkenwerte wurden drei verschiedene Erfolgsgruppenaufteilungen mit jeweils therapie-erfolgreichen und nicht-erfolgreichen Patienten gebildet.
Es konnten vier Wirkfaktoren für die Therapieverläufe ermittelt werden: Verstehen der eigenen Lebensgeschichte, Selbstöffnung und Selbstakzeptanz, Erleben von Gemeinschaft und Geborgenheit, Zwischenmenschliche Unterstützung.
Erfolgreiche Patienten geben bereits zum ersten Messzeitpunkt auf den Skalen "Verstehen der eigenen Lebensgeschichte" und "Erleben von Gemeinschaft und Geborgenheit" signifikant größere Erfahrungswerte an, als solche, die als weniger erfolgreich gelten. Zum zweiten Messzeitpunkt fanden sich zusätzlich auf Skala II, "Selbstöffnung und Selbstakzeptanz" signifikante Unterschiede.
Diese Ergebnisse werden dahingehend interpretiert, dass die später von der Therapie profitierenden Patienten in der Anfangszeit eher ihre eigene Lebensgeschichte aufarbeiten und aus der erlebten Gemeinschaft Nutzen ziehen und im weiteren Therapieverlauf lernen, auf dieser Basis sich selbst zu öffnen und zu akzeptieren.
Die Einschätzungen über die therapeutischen Angebote ergaben, dass die Patienten Einzelgespräche, Kerngruppe (Gruppenpsychotherapie), Gespräche mit Anderen und Bonding-Gruppe zu allen drei Messzeitpunkten am höchsten bewerten.
Die Familienwoche und der Hütten-Marathon wurden ebenfalls jeweils von den Klienten, die an diesen Angeboten teilgenommen hatten, am höchsten bewertet.
Untersuchung zu Genuss und Sucht (2004)
In der im Jahr 2004 an dem Fachbereich Sozialwesen der Universität
Kassel vorgelegten Diplomarbeit "Medizinische und psychologische
Betrachtung von Genuss und Sucht" überprüft Sabine Bläsing
die These, dass Genuss eine gesundheitsfördernde Qualität
hat, die auch im Umgang mit Sucht eine positive Rolle spielen kann.
Anhand eines Interview - Leitfadens wurden Interviews mit Medizinern, Psychologen und Therapeuten während einer fünfwöchigen Hospitation in der Adula-Klinik durchgeführt, mit einem Schwerpunkt in der Lehrküche bzw. der Ess-Struktur-Gruppe.
Auszug aus dem Punkt: Resümee zur Hospitation
"Insgesamt betrachtet gibt es eine Vielzahl von Therapie-Angeboten
in der Adula-Klinik, denen nahezu, wenn nicht allen eine genussfördernde
Wirkung zugeschrieben werden kann."