
Die häufigsten Formen von Ess-Sucht sind: Esssucht (Adipositas), Magersucht (Anorexie) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie).
Das Ziel einer Therapie von Essstörungen ist das Erlernen von und die Rückkehr zu gesundem Essverhalten. Das Körpergewicht kann sich allmählich normalisieren. Das komplexe Ursachengeflecht der Essstörung bedingt ein mehrdimensionales therapeutisches Vorgehen. Gegebenenfalls zugrunde liegende konflikthafte Persönlichkeitsstrukturen werden psychotherapeutisch unter besonderer Berücksichtigung des sozialen Umfelds betrachtet.
Die Patienten erklären im Vorfeld, dass sie allein mit ihrer Essstörung nicht zurechtkommen und offen sind, die Kontrolle über ihr Essverhalten abzugeben. Ist diese Entscheidung getroffen, sind sie bereit für die Ess-Struktur.
Die Phasen der Ess-Struktur
Ziel der Ess-Struktur ist die Kontrolle abzugeben und wieder zu lernen, was eine normale Portion ist. Die Patienten essen in der ersten Phase nach einem vorgegebenen Essensplan - drei Mahlzeiten am Tag. Darüber hinaus gibt es einige weitere Auflagen zu erfüllen, z. B. im Rahmen der sogenannten Sponsorschaft Hilfestellung und Unterstützung bei den Mahlzeiten der neu angekommenen Teilnehmer der Ess-Struktur anzubieten. In der zweiten Phase haben die Patienten die Möglichkeit, in vorgegebenem Rahmen sich wieder im selbstverantwortlichen, suchtklaren Umgang mit dem Essen zu erfahren, z. B. ihre Auswahl zu begründen und sich zu ihren dabei auftretenden Gefühlen in der Gruppe zu äußern.