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Gruppentherapie

Bonding-Psychotherapie nach Dan Casriel

Der Wunsch, von anderen Menschen angenommen zu sein, gehört zu den tiefsten menschlichen Motiven. Die moderne Hirnforschung zeigt, dass Menschen auf Dauer nur gesund bleiben, wenn sie zwischenmenschliche Nähe und Zuwendung erleben. Umgekehrt heißt dies, dass sich ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen (insbesondere für seelische Erkrankungen) ergibt, wenn Liebe entbehrt werden muss. Die Fähigkeit eines Menschen, den Wunsch nach Zuwendung und wohltuender zwischenmenschlicher Nähe zu erleben, kann allerdings Schaden nehmen, ja sie kann sogar vollständig verloren gehen. Ursache dafür können belastende kindliche Erfahrungen sein, ebenso aber auch Enttäuschungen oder Gewalterfahrungen (Traumatisierungen) im späteren Leben. Die Bonding-Psychotherapie ist ein therapeutisches Verfahren, mit dem Patienten den tiefen inneren Wunsch nach zwischenmenschlicher Nähe in sich wieder-entdecken und wieder-erleben können. Die Bonding-Psychotherapie ist einer der Schwerpunkte unseres integrativ ausgerichteten Klinikkonzeptes.

Die Bonding-Therapie, die vom US-amerikanischen Arzt Dr. Dan Casriel entwickelt wurde, gibt Patientinnen und Patienten - unter Anleitung ausgebildeter Psychotherapeuten - die Möglichkeit, körperliche Nähe zu erproben und emotional zu erleben. Die "Nähe-Übungen" der Bonding-Therapie (gegenseitiges schützendes Halten, Übungen mit Umarmung) haben ausschließlich therapeutischen und keinen sexuellen Charakter (sexuelle Kontakte zwischen Patienten sind in der Hochgratklinik verboten und führen zu vorzeitiger Entlassung). Die Bonding-Therapie ist - verhaltensmedizinisch ausgedrückt - eine Art "Expositionstherapie". Sie macht es möglich, zwischenmenschliche Nähe neu zu erleben und dadurch wieder einen Zugang zu tiefen, verloren gegangenen inneren Gefühlen zu finden. Die Bonding-Therapieangebote unserer Klinik werden nur solchen Patienten empfohlen, von denen wir aufgrund therapeutischer Überlegungen annehmen, dass diese Therapie hilfreich sein kann. Die Therapie wird niemandem aufgezwungen, sie wird auf freiwilliger Basis durchgeführt.

Einstellgruppe

Jede Person entwickelt im Laufe seines Lebens ein inneres Schema, nach dem sie andere Menschen nicht nur betrachtet und bewertet, sondern nach dem sie auch selbst handelt bzw. auf Andere reagiert. Wir nennen dieses Schema, das überwiegend unbewusst funktioniert (d.h., ohne dass wir darüber nachdenken) die "innere Einstellungen" eines Menschen. Erfahrungen, die wir - vor allem in der prägenden Phase unseres Lebens - mit Anderen gemacht haben, können z. B. dazu führen, dass unsere Empfindungen und Verhaltensweisen in bestimmten Situationen nach einem ängstlichen Schema ablaufen. Ebenso gut kann es sein, dass wir - aufgrund früherer Erfahrungen - in unserem Erleben und Verhalten, ohne dies bewusst zu bemerken, von gehemmten, misstrauischen oder feindseligen inneren Einstellungen geleitet werden. Die Einstellgruppe bietet die Möglichkeit, Einstellungen und Überzeugungen, die uns an einem glücklichen Leben hindern, zu identifizieren und therapeutisch zu bearbeiten. Neue, konstruktive, lebensbejahende Einstellungen werden angeboten und können in geschütztem Rahmen in Übungs-Szenen eingeübt werden. Durch den Ausdruck und das Üben in der Gruppe werden Gefühle, die mit den jeweiligen inneren Einstellungen des betroffenen Patienten zusammenhängen (z. B. Angst, Ärger, Schmerz, Sehnsucht), wieder-erlebt, so dass sie therapeutisch bearbeitet werden können. Dies macht es dem Patienten möglich, sich von alten, das Leben behindernden Einstellungen zu befreien und neue zu erwerben. . Die daraus resultierenden Verhaltensänderungen können von unseren Patienten in der Therapeutischen Gemeinschaft als ein ideales, geschütztes Übungsfeld erprobt und positiv verstärkt werden.

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